Musik

Musik
Der Faktor Musik kann beim Einstieg von Jugendlichen in die rechtsextreme Szene gar nicht hoch genug bewertet werden. Musik dient oft als erstes Kontaktmedium, was inzwischen auch von der extremen Rechten so gesehen wird. Im Zuge dieser Erkenntnis wurde im Jahr 2004 das „Projekt Schulhof“ ins Leben gerufen. Ziel war es „noch nicht gefestigte Schüler“ (zitiert nach: MdI NRW: 33) zu erreichen. Rechtsextremistische Bands aus dem In- und Ausland steuerten hierzu Lieder bei.
Inzwischen hat auch die als rechtsextrem eingestufte NPD drei verschiedene CDs aufgelegt und versucht damit Musik als Kontaktmedium für sich nutzbar zu machen.

Musikgruppen
Auch die Musikszene bietet ein durchaus vielfältiges Erscheinungsbild. Neben einer Reihe von schwach politisierten Bands, gibt es gibt es auch Bands, die in ihren Liedtexten unverhohlen nationalsozialistische Ideologie zum Ausdruck bringen. Hierbei werden insbesondere die arische bzw. nordische Rasse verherrlicht und bestimmte Volksgruppen, Religionsgemeinschaften und Minderheiten verunglimpft. Schon die Namen der Bands verweisen in der Regel auf die politische Einstellung.
Aber nicht nur in Bezug auf die Politisierung unterscheiden sich die Bands elementar. So werden inzwischen in fast allen erdenklichen Stilen der Rock- und Pop(ulär)musik Lieder mit einschlägigen Texten produziert. Die Spanne an verschiedenen Stilen reicht von Hardrock über Punk, Dark Wave, Heavy Metal, Death Metal, Baladen, Hard- und Hatecore, HipHop, Tekkno, EBM, Volksmusik bis hin zu Folklore.

Lediglich ein Sonderfall soll an dieser Stelle angeschnitten werden: Die Böhsen Onkelz. Die aus Hessen stammende Band „Böhse Onkelz“ galten in den 1980er Jahren als Pioniere des RechtsRock. Als damalige extrem rechte Skin-Oi-Band erlangte die Band Popularität. Ende des 1980er Jahre sagte sich die Band von der rechten Szene los. Mit dem sozialkritischen Lied „Deutschland im Herbst“ distanzierten sich die Onkelz auch textlich deutlich vom Rechtsextremismus und damit auch von ihrer eigenen Vergangenheit. Neben der Unterstützung von antirassistischen Projekten stellten sich Bandmitglieder von da an auch auf eigenen Konzerten öffentlich gegen Rechtsextremismus.