Thor Steinar

„Thor Steinar“ ist die momentan wohl bekannteste und erfolgreichste Marke in der rechtsextremen Szene. Kennzeichnend für „Thor Steinar“ ist zum einen qualitativ hochwertige Kleidung und vor allem die versteckten völkischen Symboliken. Wurde die Marke anfangs lediglich über rechte Szeneshops und Internet-Versände vertrieben, haben mittlerweile auch Sportgeschäfte und Military Shops „Thor Steinar“ in ihr Sortiment aufgenommen. Folge dessen ist, dass Thor Steinar inzwischen auch unpolitische Käuferschichten erreichen kann.

Stilistisch arbeitet „Thor Steinar“ zum einen mit Namen, Logos und Motiven, die auf die germanisch/ nordische Mythologie abzielen. Bereits der Name Thor verweist auf die germanische Gottheit Thor, aber auch Artikelbezeichnungen wie „Thule“ oder Prints wie „Asgard“ stellen Bezug zur germanisch/ nordischen Mythologie her. Während das Germanen-/Heidentum in seinem Ursprung nicht politisch konnotiert ist, wurde es seit dem 20. Jahrhundert von der extremen Rechten zusehends vereinnahmt. Besonders die Verknüpfung mit der Blutszugehörigkeit und dem direkt aus der Natur abgeleiteten „Recht des Stärkeren“ zeugt von dieser Neuinterpretation des Germanen-/ Heidentums durch die rechtsextreme Szene.
Weitere Bezüge, die „Thor Steinar“ herstellt, sind solche zu Nationalsozialistischer Ideologie und dem 2. Weltkrieg. Hier bedient sich „Thor Steinar“ beispielsweise eines speziellen Tarnmusters (Zürichtarn), das in dieser Weise von der Wehrmacht verwandt wurde, oder auch Bezeichnungen und Aufdrucken, die an SA-Gruppen und Arbeitserziehungslagern erinnern. T-Shirt Prints wie „Heia Safari“ und „Südwestafrika“ stellen einen positiven Bezug zur menschenverachtenden Kolonialpolitik des Deutschen Reiches her.
Dritte Anleihe sind Sport und Gewalt-Bezüge. Hier scheint sich „Thor Steinar“ speziell in der Fußballszene einen Absatzmarkt sichern zu wollen. T-Shirts wie „3. Halbzeit“, „Kontaktfreudig“ oder „Sport Frei!“ sollen vor allem erlebnisorientierte Fußballfans ansprechen.

Die „Erfolgsstory Thor Steinar“ hat mittlerweile auch einige Trittbrettfahrer auf den Plan gerufen, die ebenfalls ein Stück vom beträchtlichen Kuchen ab haben wollen, den man mit rechtsextremer Bekleidung verdienen kann. So sind in den letzten Jahren neuere Marken wie Hemland (schwedisch für Heimatland), Eric & Sons und aktuell Ansgar Aryan auf den Plan getreten. Ob diese an den Status von „Thor Steinar“ heranreichen können, wird die Zeit zeigen.